Der Großteil der Jugendlichen des 21. Jahrhunderts haben einen ausländischen Migrationshintergrund. Das ist kein Zufall, sondern ein Produkt der Integrierung ausländischer Gastarbeiter im vergangenen Säkulum.

Für eine offene, tolerante Gesellschaft ist das eine Selbstverständlichkeit, das ohne Probleme hinzunehmen. Jedoch gibt es leider eins — viele Jugendliche haben ein Problem mit ihrer nationalen Identität. Das hängt einerseits mit der Gesellschaft zusammen, andererseits mit der Erziehung.

Auf sozialen Medien findet man viele Jugendliche, deren Eltern aus dem Ausland stammen. Ihre “Über mich”-Sektion, kurz “Bio” genannt, beinhaltet so gut wie immer ein Emoji der Flagge ihres Herkunftlandes. Selten ist die deutsche Flagge vorzufinden.

Aber warum ist das so?


Sprechen wir zunächstmal über die Gesellschaft: In puncto Toleranz und Offenheit liegt Deutschland weiter voraus als zahlreiche Staaten, aber es gibt immernoch einen recht hohen prozentualen Anteil derjenigen, die das Prinzip Toleranz und Offenheit immernoch nicht begriffen haben. Anstatt die Jugendlichen zu integrieren, sie wissen zu lassen, dass sie de facto deutsch sind, ist aktuell nur das Gegenteil aufzufinden. Die Gesprächsthemen der Jugendlichen mit Migrationshintergrund bestehen oft nur aus ihren Herkunftsländern und der Staatsangehörigkeit.

A: »Woher kommst du?«

B: »Meine Eltern kommen aus der Türkei.«

A: »Ah. Du hast einen deutschen Pass, oder?«

Das ist das Ergebnis schlechter Integration. Ich habe kaum jemanden getroffen, der sich für Deutschland engagieren will und zeigt, dass er stolz auf das Land ist. Es wird von niemandem verlangt, das zu tun, aber man sollte sich wenigstens im deutschen gesellschaftlichen Geschehen beteiligen.


Das Thema Erziehung ist ein emotionales Thema, das man Vorsicht genießen muss. Die einen Eltern denken so, die anderen so. Manche erziehen ihr Kind mit z.B. türkischen moralischen Werten, manche nicht. Ich, als Kind zweier Türken, stehe in einem neutralen Verhältnis zu meiner nationalen Identität. Trotz allem bin ich ohnehin mehr deutsch als türkisch, das kann ich nicht leugnen. In diesem Punkt hat die Bildung ein riesen Einfluss.

Bin ich hier geboren, gehe/ging hier zur Schule, dann wurden mir automatisch demokratische und rechtstaatliche Werte vermittelt. Ganz einfaches Beispiel: Die SMV (Schülermitverantwortung). Das Prinzip der SMV baut sich auf die repräsentative Demokratie auf. Das bekomme ich als Schüler natürlich mit, und präge mir diese Denkweise unterbewusst ein.

Aber zurück zum Thema elterliche Erziehung. Oft ist es bei Türken so, dass sie in einer geschlossenen Gruppe leben. Sie reden nur türkisch, nur über türkische Politik, etc. Das nimmt das Kind — wie bereits vorhin beschrieben — unterbewusst auf und wächst damit auf. Oft reden Eltern mit ihren Kindern zu Hause nur die Muttersprache. Das sollte eigentlich kein Problem darstellen, jedoch beeinflusst das die deutsche Sprache des Kindes. Häufiges Indiz dafür ist das „r”, das gerollt wird.


Da stellt man sich berechtigt die Frage, ob sie bereit sind, einzugestehen, dass sie de facto deutsch sind. Natürlich darf man seine Wurzeln nie vergessen, aber man sollte realistisch bleiben. Würde sich die Gesellschaft dahingehend ändern, dann wäre dies ein positiver Schritt in die richtige Richtung.

Es ist und bleibt — vorerst — eine schwere Problematik, die keine helle Zukunft hat.

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  1. Emre Karataş

2 Kommentare

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