Wir haben sehnsüchtig nun das Jahr 2019 erreicht. Zitternd blickt jeder auf den bevorstehenden geplanten Brexit im März. Einer fürchtet das absolute Chaos binnen dem jungen Europäischen Staatenbund, der Andere verlangt den sofortigen Austritt. Der 585 Seiten starke Vertrag, der zwischen London und Brüssel ausgearbeitet wurde, ist nun zum Scheitern verurteilt; und das trotz der parlamentarischen Mehrheit der Tories.

Wie konnte all das im 21. Jahrhundert passieren? Warum steht der mit Abstand am Besten funktionierende Staatenverbund in der gesamten Geschichte der Globalisierung kurz vor dem Zusammenbruch? Was vor 10 Jahren als unmöglich galt, ist nun Realität geworden. Durch die Sturheit der britischen Premierministerin Theresa May und der wahlkämpferischen Instrumentalisierung des Oppositionsführers Jeremy Corbyn fürchten viele britische EU-Bürger um ihre Freizügigkeit innerhalb der EU und um ihre Krankenversicherung. Künftigen Studenten wird es enorm erschwert, in Großbritannien zu studieren oder gar dort zu leben.

Premierministerin Theresa May und Oppositionsführer Jeremy Corbyn

Die Meinung des Volkes ist irrelevant

Mit der “Wir sind besser als die EU, wir kommen auch alleine klar!”-Taktik schießen sich britische Spitzenpolitiker ins eigene Bein. Aktuell scheint der britische Populismus und Nationalismus zu gewinnen, doch früher oder später wird er garantiert verlieren. Ob es überhaupt noch zu einem geregelten Brexit kommt, darüber wird kontrovers spekuliert. Doch eins scheint klar zu sein — ein Brexit, egal, in welcher Art und Weise, nützt niemandem etwas.

Leider scheint es so, dass britische Politiker eine wichtige Essenz außer Acht lassen. In erster Linie hat das Volk darüber zu entscheiden, ob ihr Land aus der Europäischen Union austritt oder nicht — denn sie sind diejenigen, die mit den Konsequenzen und den dramatischen Änderungen im Alltag zurecht kommen müssen. Daher wäre das einzig richtige in der aktuellen Situation ein zweites verbindliches Referendum. Sollte das nicht passieren, zeugt das nur von purem Egoismus und extremer Rücksichtslosigkeit.

Wir werden sehen, was die Zeit mit sich bringt, jedoch können wir alle auf einen Verbleib von Großbritannien in der EU hoffen.

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